Karneval der Rollenspielblogs: Artefakte

01.08.2015
Wieder einmal moderiere ich auf Spiele Im Kopf einen Karneval der Rollenspielblogs. Im August 2015 lautet das Thema „Artefakte“; ein Begriff, den Wikipedia nur schnöde als „vom Menschen gemacht“ definiert. Was zunächst vielleicht nach einer Aufforderung klingt, eine Beschreibung sonderbarer und mystischer Gegenstände nach der anderen zu liefern, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als wesentlich vielseitiger.

  • Artefakte müssen hergestellt werden. Wie sähen spezielle Stätten aus, die eigens solcher Fertigung dienen? Wie nutzen Alchemisten, Zauberer oder Hexer ihre arkane Kunst, um profanen Gegenständen übernatürliche Fähigkeiten zu verleihen, und wie sehen die entsprechenden Regeln im Rollenspiel dafür aus? Kann dies vielleicht sogar der Kern eines Charakters sein, wie etwa beim Waffenschmied in Earthdawn oder dem Artificer in DnD Eberron?
    Manchmal reicht aber auch schon, wenn ein Objekt nur mit einer machtvollen Persönlichkeit oder einem wichtigen Ereignis verbunden ist – man denke nur an die wundersamen Eigenschaften, die etwa dem Speer eines Zenturios oder dem Becher eines Zimmermanns zugedacht werden.
  • Artefakte können der Aufhänger für Abenteuer und Kampagnen sein. Mal spielen sie eine zentrale Rolle wie im Abenteuer wie im Trail-of-Cthulhu-Band The Armitage Files, oder der Shadowrun-Kampagne Dawn of the Artifacts, mal sind sie ein bloßer McGuffin wie etwa der Eine Ring.
  • Artefakte müssen geborgen werden. Mutige Schatzsucher haben sich immer vom Versprechen auf Reichtum und Beute locken lassen und nehmen dabei die Strapazen von akribischer Nachforschung und der Erkundung staubiger Verliese auf sich – wer denkt hier nicht an einen gewissen Pulp-Archäologen und seine Jagd nach der Bundeslade, den Sankarasteinen oder eben einem gewissen Becher?
     
  • „Es gehört in ein Museum.“ Ist ein Artefakt erst einmal in den Schoß der Zivilisation zurückgekehrt, muss es auch irgendwo aufbewahrt werden. Stellt man es für die Öffentlichkeit zugänglich aus, verschwindet es im Tresor eines Privatmanns, oder zieht man es gar ganz aus dem Verkehr, auf dass es in einer Lagerhalle wie dem Warehouse 23 oder dem leider nicht ganz so bizarren Warehouse 13 verstaubt?
     
  • Natürlich spricht jedoch auch nichts dagegen, sich ausgefallene magische Gegenstände auszudenken. Sogar ein Kartenspiel wie Magic: The Gathering, das eigens den Kartentyp des Artefakts kennt, mag bei der eigenen Ideenfindung behilflich sein.

Ihr könnt auf eure Artikel entweder in diesem Thread des Forums der Rollenspielblogs oder in den Kommentaren dieser Einleitung hinweisen. Nach Ablauf des Monats werde ich hier auf Spiele Im Kopf eine Zusammenfassung über alle Beiträge bereitstellen. Ich bin gespannt auf eure Artikel zu diesem hoffentlich an Rollenspielmaterial ergiebigen Thema!




Illustrationen
Anonym: Überführung der Bundeslade via Wikimedia
Howard Pyle: The Forging of Balmung via Wikimedia
Scott Chou: Caged Sun (Magic The Gathering, (C) 2014 Wizards of the Coast

Kommentare:

Ingo Schulze hat gesagt…

Sind auf jeden Fall schöne Ansatzpunkte dabei!

Case hat gesagt…

Hier geht es zum nicht-euklidische Artefakt-Generator:
https://www.chaotisch-neutral.de/2015/08/der-nicht-euklidische-artefakt-generator/

Orakel hat gesagt…

Ich bin mal einem Gedankenspiel nachgegangen:

http://orakelstilts.blogspot.de/2015/08/ortsbezuge-von-artefakten.html

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