RPG-Blog-O-Quest #20 – RollenBrettspiel: Meine Antworten

02.05.2017
In diesem Monat habe ich die Fragerunde der Blog-O-Quest übernommen, die Würfelheld und Greifenklaue vor fast zwei Jahren ins Leben gerufen haben. Mich interessiert die Synergie zwischen Rollen- und Brettspiel, und als Fragesteller gehört es sich natürlich, auch selbst Antworten zu liefern.


  1. Hast Du bereits ein Brettspiel gespielt, dass Dir ein vergleichbares Erlebnis wie ein Rollenspiel vermittelt hat?Am ehesten kam an diese Art von Erlebnis das Sammelkartenspiel Middle-Earth: The Wizards von I.C.E. heran, das wie viele andere Produkte auf den Markt stürmte, nachdem sich Magic: The Gathering als ein umwerfender Erfolg entpuppt hatte. Wie auch die Rollenspielbücher von I.C.E. bestach das Kartenspiel durch eine große Detailfülle und schickte die Spieler mit ihren Heldengruppen quer durch Mittelerde auf der Suche nach Artefakten und Verbündeten, immer wieder aufgehalten von diversen Monstrositäten.

    Die Regeln waren zwar etwas klobig und die Kartenverteilung – etliche namhafte Figuren waren nur in nicht einsehbaren Starterpacks zu finden – eine Unverschämtheit, aber unsere zahlreichen Spielrunden bestachen durch eine ungeheuer lebendige Atmosphäre. Viel davon wird aber wohl auch daran gelegen haben, dass ich Middle Earth: The Wizards stets mit meinen damaligen Rollenspielkumpanen aus Gymnasiumszeiten gespielt habe.


     
  2. Brettspiele buhlen gerade auf Kickstarter mit opulenter Ausstattung wie Miniaturen, Spielbrettern und Markern. Hast Du schon ein Brettspiel für Komponenten ausgeschlachtet, die Du dann im Rollenspiel eingesetzt hast?
    Eigentlich reichen mir zur Visualisierung am Rollenspieltisch einfache Holzpöppel, die ich mir separat hinzugekauft habe, bei Savage Worlds dürfen es aber auch Figure Flats sein. Allerdings habe ich zur Zeit der Star Wars Saga Edition einige Figuren des Star Wars Miniatures Game, das ebenfalls von Wizards of the Coast erhältlich war, hinzugekauft, um diese im Rollenspiel zu verwenden. Sollte heutzutage noch einmal Star Wars in unserer Runde rollengespielt werden, könnte ich inzwischen auf den umfangreichen Figuren- und Bodenplattensatz von Imperial Assault oder Rebellion zurückgreifen.


     
  3. Spinnen wir diesen Gedanken weiter: Einige Systeme bieten inzwischen Einsteigerboxen an, die eben mit Bodenplänen, Markern oder fertigen handlichen Beispielcharakteren das Erlernen eines neuen Rollenspiel greifbarer machen. Vermisst Du in diesen Produkten noch weiteres hilfreiches Material, oder sähest Du vielleicht gern, dass weiterführende Publikationen das Boxkonzept mit beigefügten Komponenten fortführten?
    Einsteigerboxen interessieren mich nicht sonderlich. Generell halte ich das Kartonformat für interessant, um Rollenspiele wieder in dem Durchschnittsverbraucher gewohnter Verpackung im Spielwarenregal zu präsentieren, aber das steht auf einem völlig anderen Blatt. Die einzige Box, die ich mir lange Jahre nach DSA zugelegt habe, war die Dungeonslayers Basisbox, weil hier die ansprechende Ausstattung gegenüber dem nur geringfügig günstigeren Einzelregelwerk dann doch bestochen hat.


     
  4. Einige der beliebtesten Rollenspielwelten wie z. B. DnD, DSA oder Warhammer setzen parallel auf Brettspielumsetzungen. Kommt bei Dir auch davon etwas regelmäßig auf den Spieltisch?
    Auch wenn meine Brettspielsammlung sehr ausladend ist, so war bisher nie der dazugehörende Markenname eines Rollenspielprodukts für die Anschaffung ausschlaggebend. Es ist das Spiel selbst, das mich überzeugen muss. Zumindest zwei Spielen aus dem Warhammer 40K-Franchise ist das bisher auch gelungen: Dem grandiosen asymmetrischen Space Hulk, das mich schon Ende der 1980er begeistert hat, und dessen kompakterem Kartenspielableger Death Angel.


     
  5. Als Abenteuermodul für das Rollenspiel ein alter Hut, bei Brettspielen ein neuer Trend und als Abzocke verschrien: Kampagnen- und Einmal-Spiele wie zum Beispiel Pandemic Legacy, T.I.M.E Stories oder Escape Rooms wollen neben einem einmaligen Spielerlebnis erst gar keinen Wiederspielwert bieten. Reizen Abenteuermodule und derartige Brettspiele Dich dennoch?
    Hier habe ich tatsächlich eine Blockade im Kopf: Abenteuermodule für das Rollenspiel weiß ich sehr zu schätzen, weil sie mir aufwändige Vorbereitungsarbeit abnehmen. Einmal-Brettspielen hingegen stehe ich sehr zurückhaltend gegenüber, denn bei Brettspielen erwarte ich einfach aus Gewohnheit, dass diese beliebig oft auf den Tisch kommen können. Hinzu kommt, dass viele der Einmal- und Kampagnenspiele wegen Umfang und Ausstattung mit einem entsprechend hohen Verkaufspreis einhergehen, der den eines einfachen Rollenspiel-Abenteuermoduls meist deutlich übersteigt.

    Dennoch ist das Konzept einer komplexen Geschichte, die mittels Brettspiel erschlossen wird, nicht minder faszinierend, so dass ich mich dieser Idee also auch nicht völlig verschließen mochte. Als T.I.M.E Stories sich auf der Spiel 2015 als ein absoluter Geheimtipp entpuppte, war ich zunächst sehr skeptisch, eben weil bewusst kein Wiederspielwert angeboten wird. Erst die Begeisterung, die das Spiel im Düsseldorfer MageStore auslöste, sowie die Versicherung, dass man aufgrund der wiederholten Anläufe, die man für eine Mission brauchen wird, schon eine ganze Weile mit einem Szenario beschäftigt ist, haben meinen Widerstand gebrochen.


    Legacy-Spiele in der Art von Pandemic Legacy oder die kompakten Exit-Spiele von Kosmos lassen mich schaudern, weil hier das Spielmaterial im Laufe der Kampagne vernichtet werden muss. Derartiger Vandalismus ist mir unerträglich und sorgt dafür, dass ich diese Spiele gar nicht erst eines näheren Blicks würdige.
     

Bonusfrage: DnD 5e erscheint dieser Tage überraschend in einer deutschen Fassung. Hast Du auch Interesse an einer Übersetzung der aktuellen DnD-Brettspiele wie etwa Lords of Waterdeep oder Dungeon?
Kaum. Lords of Waterdeep soll zwar sehr gut sein (und unter dem Deckmantel des Abenteurerthemas nur verstecktes Workerplacement), aber schon das englische Original hat mich nicht zum Kauf bewegen können.



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1 Kommentar:

Ingo Schulze hat gesagt…

@Fünf: Ja, das erste -mal ne Karte zu zerschneiden tat weh, beim zweiten Mal tut es dann eh, dadurch ne halbe Minute zu verschenken und n Punkt zu verlieren ...

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